Paul Signac
(Paris, 1863-1935, Paris)
Canal de la Giudecca, Morgen (Santa Maria della Salute), 1905
Öl auf Leinwand, 65 x 81 cm
Unten links signiert & datiert: P. Signac 05
Cachin 420
Signac blieb sein Leben lang ein treuer Anhänger des Neo-Impressionismus, und er wurde sein unermüdlicher Verteidiger und erfolgreicher Propagator, da er die grundlegenden Erkenntnisse der Farbtheorie überzeugend schon bei Delacroix nachweisen konnte. Seinen kunsttheoretischen Neigungen stand auf der anderen Seite eine robust-sportliche Natur und seine leidenschaftliche Liebe zum Segelsport gegenüber, die auch auf sein Schaffen auswirkte. Die über hundert französischen Häfen, die er ansteuerte, fanden den Niederschlag in seinem Werk. Später dehnte er seine Reisen bis Venedig und Istanbul aus, wobei ebenso der Segler wie der Maler auf seine Rechnung kam. Eine Vergrösserung der Flecken (touches) reiner Farben, welche die grösseren Formate seiner späteren Landschaften rechtfertigte, erlaubte eine schnellere Arbeitsweise, zumal sie in den Bereichen von Himmel und Wasser in horizontalen Rechtecken wie Mosaiksteine so weitmaschig gesetzt wurden, dass die weisse Grundierung des Bildes sichtbar wurde und zur Illusion eines Vibrierens von Luft und Wasser beitrug. Die venezianische Ansicht von Santa Maria della Salute von 1905 ist hierfür ein charakteristisches Beispiel. Aus den türkisfarbenen Abstufungen des Vordergrundes hellt sie sich nach oben zu rosa-hellblauen Tönen auf, die dem Bild das angestrebte Höchstmass an Leuchtkraft und Farbe verleihen.