Paul Gauguin
(Paris, 1848-1903, Hiva-hoa, Marquesas, Südsee)
Idylle auf Tahiti, 1901
Öl auf Leinwand, 74.5 x 94.5 cm
Signiert & datiert unten rechts: P. Gauguin 1901
Wildenstein 598
Der Titel "Idylle in Tahiti", wie das Bild auch im Werkkatalog von Georges Wildenstein heisst, entspricht gut dem Charakter dieses Werkes, das im letzten Jahr seines zweiten Aufenthalts in Tahiti ungefähr ein Jahr vor seinem Tode entstanden ist. Es ist unbeschwert von tragischer Überschattung und vermittelt das Paradiesische, das Gauguin in der Südsee suchte und nur sehr bedingt fand. Es knüpft in Darstellung und Komposition an viel frühere Bilder an, die 1887 auf Martinique entstanden, als Gauguin das erste Mal resigniert Europa den Rücken kehrte. Das Charakteristische sind die schlangenartig gewundenen Baumstämme, die das Bild verstreben, ohne dass die Baumkronen sichtbar werden. Die schlanken Stämme passen sich raffiniert einer beherrschenden Mandelform an, die durch die Küste, links im Bild, und den gewundenen Weg rechts umschrieben wird. Dem schraubenförmigen Wachstum der Bäume geben die Vertikalen der beiden Mädchen mit den beiden rechten Bäumen und die Hüttenpfähle sowiedie durchgehende Horizontale am oberen Bildrand, gebildet aus den strohgedeckten Hüttendächern und dem Segelschoner in der Bucht, ruhenden Halt.