Paul Gauguin
(Paris, 1848-1903, Hiva-hoa, Marquesas, Südsee)
Mette Gauguin, um 1880
Öl auf Leinwand, 116 x 81 cm
Unten rechts Beschriftung von Pola Gauguin.
Wildenstein 65
Mette Sophie Gauguin, die rund 30-jährige Gattin des Künstlers, die er 1873 geheiratet hatte, sitzt gebeugt am Tisch und näht Kinderkleidchen. Noch ist Paul Gauguin, zwei Jahre älter als sie, ein erfolgreicher Börsenmakler, der sich für Kunst interessiert, sowohl als Sammler der Impressionisten wie als dilettierender Sonntagsmaler. Durch Gustave Arosa, seinen Vormund, in dessen Bank er tätig war, hatte Gauguin Camille Pissarro kennengelernt, der sein erster Lehrmeister wurde. In dem dichten Malwerk kleiner Kommastriche spiegelt sich Pissarros Einfluss auf Gauguins Malweise vom Ende der siebziger Jahre sehr deutlich wider. Von einer selbständigen künstlerischen Leistung ist noch wenig zu spüren, und noch weniger ist zu ahnen, welchen Weg Gauguin einschlagen wird. Das grosse Hochformat ist für den intimen Gegenstand ungeschickt, die Räumlichkeit nicht bezwungen, und die einzelnen Bildelemente bleiben additiv, ohne sich zu verbinden.