Claude Monet
(Paris, 1840-1926, Giverny)
Des Künstlers Garten in Giverny, 1895
Öl auf Leinwand, 81.5 x 92 cm
Signiert & datiert unten rechts: Claude Monet 95
Wildenstein 1420
Die Brücke, die Monet mit den Landschaften von Vétheuil zum Neo-Impressionismus geschlagen hatte, hat er nicht benutzt, wie es Pissarro im Gefolge der Jüngeren einige Jahre tat. Obwohl als Führer der Impressionisten geltend, war Monet theoretisierende Systematik fremd. Sein Schaffen, sosehr es auch Wandlungen unterworfen war, kam immer aus der Empfindung, wie er selbst bezeugt hat, nicht zuletzt in den Bildreihen von Heuschobern, Pappeln und den Bildern der Kathedrale von Rouen, in denen es darum ging, die feinsten Wandlungen des Lichts festzuhalten. Im Frühjahr 1883 hatte sich Monet seineabwärts in Giverny einen neuen Wohnsitz geschaffen, den er bis zu seinem Tode nur noch zu Reisen verlassen sollte. Wirtschaftlicher Not endlich enthoben, baute er sich diesen Landsitz mit einem ausgedehnten Garten aus, dessen verschwenderisches Blühen der Schwertlilien, Päonien, Malven, Rosen und Glyzinien sein Malerauge immer wieder zu Bildern anregte und begeisterte. Dieses farbige Kaleidoskop des Blühens macht auch die menschliche Figur zu einem Schemen farbiger Erscheinung, wie es sich schon in Vétheuil angekündigt hatte.