Claude Monet
(Paris, 1840-1926, Giverny)
Das Abendessen, um 1868/69
Öl auf Leinwand, 50 x 65 cm
Signiert unten links: Claude Monet
Wildenstein 129
Mit Bazille, Renoir und Sisley gehört auch Claude Monet zu den vier fast gleichaltrigen Schülern des Ateliers Gleyre, die sich dort 1862 trafen und freundschaftlich zusammenschlossen. Monet hatte sich mit seinem "Déjeuner sur l’herbe" und seinen "Femmes au jardin" bereits an grosse Aufgaben gewagt und im Salon von 1866 mit seiner hoheitsvollen Camille (Kunsthalle Bremen) einen berechtigten Erfolg errungen. Trotzdem blieben er wie auch Renoir in den sechziger Jahren immer wieder auf die Unterstützung ihrer bessergestellten Freunde Bazille und Sisley angewiesen. Die Studie eines Familienabendessens ist vermutlich im Winter 1868/69 entstanden, als Monet ein Haus in Etretat in der Normandie mietete. Obwohl es stets als ein Bild der Familie Sisley identifiziert wurde, gibt es keinen eigentlichen Grund für diese Annahme. Die dargestellten Figuren sind sehr wahrscheinlich Monets Geliebte Camille, die dem Betrachter den Rücken zukehrt, sein kleiner Sohn Jean sowie zwei nicht identifizierte Freunde. Das Gefühl von Wärme und häuslicher Behaglichkeit, das das Gemälde ausstrahlt, spiegelt Monets Freude am Familienleben und seine erst kürzlich errungene finanzielle Sicherheit wider. Die temperamentvolle Skizze opfert nichts von der Frische des visuellen Eindrucks und der Intimität des Familiären.