Eugène Boudin
(Honfleur, 1824-1898, Paris)
Trouville, bei Ebbe, 1883/87
Öl auf Holz, 23.5 x 32.5 cm
Signiert & datiert unten rechts: E. Boudin
Schmit 1761
Eugène Boudin ist ein Kleinmeister des Impressionismus; dass er nichts anderes sein will, gibt ihm seine Grösse. Er ist sich auch bewusst, nur ein Glied in einer Kette zu sein, ein kleineres Glied zwischen grösseren, zwischen Corot und Jongkind auf der einen Seite und Claude Monet, den er zum Malen brachte, auf der anderen Seite. Er bleibt in der Reihe, wie es Renoir von sich sagte, auch als Abkomme von Schiffern in Honfleur, deren Leben und Umwelt er nun malt mit der Echtheit der Empfindung, die ihm eingeboren ist. Und er bleibt als Maler den Meeresküsten Frankreichs treu, vor allem der Normandie und der Bretagne, den Häfen und Flussmündungen mit ihren Schiffen und den sandfarbenen Stränden, die Fischer oder die modischen Sommergäste des zweiten Kaiserreichs beleben. So beschränkt die Thematik seiner Bilder ist, so klein ihre Formate, so reich doch ihre Nuancierung, die nie ein Schema oder eine Wiederholung aufkommen lässt, sondern sich ständig "auf dem Motiv" in der Beobachtung erneuert. Das gilt auch von der "Küstenlandschaft mit Segelbooten", die, aus dem frischen Eindruck entstanden, seiner virtuosen Hand die spontane Niederschrift ermöglicht hat. Das undatierte Bild wird um 1890 entstanden sein.