Pierre Auguste Renoir
(Limoges, 1841-1919, Cagnes)
Die Quelle, 1906
Öl auf Leinwand, 92 x 73 cm
Signiert unten rechts: Renoir

Renoir war fünfundsechzig Jahre alt, als er 1906 "Die Quelle" malte, er litt schon an Rheumatismus, der seine Malerhände deformierte und ihn mehr und mehr an den Krankenstuhl fesselte. Die ständigen Schmerzen hatten ihn zum Greis gemacht. Aber Jugend umgab ihn, Claude, bekannter unter seinem Kindernamen Coco, der jüngste seiner drei Söhne, war erst fünf Jahre alt. Und dieser Jugend widmete er sein malerisches Werk um so inbrünstiger, je mehr er als alternder und kranker Mensch von ihr ausgeschlossen war: seinen Kindern in ihren heiter-ernsthaften Beschäftigungen und seinen jungen weiblichen Modellen in ihrem strotzenden Lebensgefühl. "Die Quelle" in ihrer animalischen Jugend ist ein Kind der Natur, der stürzende Quellbach wird zum langen, blonden Haar und das weiche Wachstum des Laubwerks zu den schwellenden Formen ihres Körpers. Gleichzeitig ist "Die Quelle" eine Schwester der "Badenden", die Renoir fünfundzwanzig Jahre früher auch schon gemalt hatte, weil er sich mehr von seinem ldealbild als von seinen Modellen leiten liess.