Pierre Auguste Renoir
(Limoges, 1841-1919, Cagnes)
Stillleben mit Fasan und Rebhühnern, 1881
Öl auf Leinwand, 40.5 x 65 cm
Signiert oben links: Renoir
Dauberville 55
Renoir, der nicht leben konnte, ohne zu malen, wollte auch die Stunden, in denen er nicht draussen arbeiten konnte oder in denen er kein Modell hatte, nutzen. In ihnen entstanden Hunderte von Stillleben, absichtslos, ohne an den Käufer zu denken. Es ging ihm nur um das "barbouiller des toiles", das "Leinwändebesudeln". wie er es salopp-bescheiden bezeichnete. Sie mussten nicht anspruchsvoll gebaut sein, wie ein Stillleben Cézannes, aber blieben doch unwillkürlich in der Meisterschaft des Künstlers, die sich ebenso aus der Natur wie aus den ererbten Traditionen des 18. Jahrhunderts nährte. Das in seiner Schlichtheit bestechende Geflügelstillleben bezieht seinen Reiz aus dem Gegensatz des geometrischen Spiels des bläulichen Tischtuchs mit seinen Legefalten und seiner parallel zum Bildrand verlaufenden karminroten Zierkante und den barocken Formen der flach hingestreckten toten Vögel, deren seidenweiches Gefieder der Künstler gleichsam streichelnd malt, als wäre es das seidige Haar seiner kleinen Modelle.