Pierre Auguste Renoir
(Limoges, 1841-1919, Cagnes)
Porträt Mademoiselle Irène Cahen d`Anvers (Die kleine Irene), 1880
Öl auf Leinwand, 65 x 54 cm
Signiert & datiert oben rechts: Renoir 80
Dauberville 506
Im Kreis der Impressionisten, die 1874 erstmals gemeinsam an die Öffentlichkeit traten, waren die Landschaftsmaler in der Mehrzahl. Doch befanden sich auch ein paar Maler darunter, die sich hauptsächlich mit Figurenbildern befassten, wie Pierre-Auguste Renoir. Renoirs Bildnis La petite Irène (Die kleine Irene) zeigt ein sitzendes, nach links blickendes Mädchen. Es ist 1880 als Auftragswerk entstanden und stellt die achtjährige Tochter eines Pariser Bankiers dar. Das Gemälde wurde zum Inbegriff eines gelungenen Kinderbildnisses, in dem der Künstler raffinierte Kleidung und Haarpracht mit dem unschuldigen Blick der Kindheit verband. Besonders bestechend ist der Kontrast zwischen den flüssig gemalten, offenen roten Haaren und dem getupften Blattwerk im Hintergrund einerseits und den fein gearbeiteten Gesichtszügen des Mädchens andererseits. Ihre Präzision erinnert daran, dass Renoir seine erste Ausbildung als Porzellanmaler erhielt, bevor er sich im Atelier des Schweizer Malers Charles Gleyre in Paris weiterbildete. Irène Cahen d'Anvers, so der volle Name des Mädchens, heiratete später einen reichen Bankier, der nach seinem Tod sein Pariser Wohnhaus im Stil des 18. Jahrhunderts als Museum hinterliess. Es besteht noch heute unter dem Namen Musée Nissim de Camondo. In zweiter Ehe war Irène mit dem italienischen Grafen Sampieri verheiratet. Emil Bührle erwarb das Bildnis 1949 von der Dargestellten selbst, nachdem es ihm gelungen war, die Einwilligung des französischen Staats für die Ausfuhr des Bildes zu erhalten.