Camille Pissarro
(St-Thomas, 1830-1903, Paris)
Die Strasse von Osny nach Pontoise, 1873
Öl auf Leinwand, 50 x 65 cm
Signiert & datiert unten links: C. Pissarro 1873
Pissarro/Durand-Ruel 287
Was sich in der "Route de Versailles in Louveciennes" ankündigte, erfüllt sich in der "Strasse von Osny nach Pontoise". Ohne die atelierhaften Züge posierender Modelle entsteht unmittelbar vor der Natur die spontan gemalte Skizze der in einer Kurve in die Tiefe führenden ländlichen Strasse, die zum Träger des milden Sonnenlichtes wird. Auch die Bäume geben gleichsam ihre Individualität auf, um ihren herbstlichen Goldton dem ganzen Bilde mitzuteilen. Pissarro ist hier der Impressionist par excellence in der Nachfolge des Meisters Camille Corot. Pissarro, nach dem Deutsch-Französischen Krieg anfangs nach Louveciennes zurückgekehrt, war 1872 wieder nach dem ihm schon vertrauten Pontoise gegangen, wohin im selben Jahr auch Cézanne kam. Drei Kilometer nordwestlich von Pontoise liegt das kleine Dorf Osny, wo dann Pissarro 1882/83 wohnte und mit Gauguin malte. Die Landstrasse von Osny nach Pontoise schlängelt sich in dem flachen Tal am gewundenen Lauf der Viosne hin, die in Pontoise in die Oise fliesst. Pissarro hat wiederholt in diesem Tal gemalt, und hier an der Ortsgrenze von Pontoise steht auch die Wassermühle, die später Cézanne malte.