Edouard Manet
(Paris, 1832-1883, Paris)
Der Uhu, 1881
Öl auf Leinwand, 97 x 64 cm
Signiert unten rechts: Manet
Rouart/Wildenstein 377
Dass Odilon Redon 1868 in der Zeitung "La Gironde" Manet riet, sich ganz auf Stilllebenmalerei zu beschränken, war ungerechtfertigt. Aber sicher war Manet auch ein brillanter Stilllebenmaler. Das bezeugt er nicht nur in den Stillleben, die er alle Jahre hindurch selbständig gestaltete, sondern auch in den Stillleben, mit denen er seine Figurenkompositionen und Porträts verschwenderisch ausstattete. In dem "Uhu", der 1881 entstand und zu einer Folge von sechs dekorativen Panneaus gehört, die im Nachlassinventar des Künstlers aufgeführt sind, nimmt er sich die holländischen Stilllebenmaler zum Vorbild, die er noch 1872 in Holland selbst studieren konnte. Fast möchte man annehmen, dass Manet den an einer lebhaft gemaserten Holzwand aufgehängten "Toten Hahn" Melchior d’Hondecoeters gekannt hat, den das Brüsseler Museum 1877 aus Haager Privatbesitz erwarb.