Govaert Flinck
(Kleve, 1615-1660, Amsterdam)
Dame in orientalischem Kostüm
Öl auf Leinwand, 79 x 66 cm
Bezeichnet unten rechts: Rembrandt f. 1636

Schon Arnold Houbraken hat in seiner im frühen 18. Jahrhundert geschriebenen Darstellung der holländischen Kunst darauf hingewiesen, verschiedene Gemälde des Rembrandt-Schülers Govaert Flinck seien für Werke Rembrandts gehalten und als solche verkauft worden. Zu diesen dürfte auch die "Dame in orientalischem Kostüm" der Sammlung Bührle gehören, die lange Jahre als Saskia van Uylenburgh, Rembrandts erste Frau, identifiziert wurde. Flinck, der Saksia zwar persönlich kannte, hat sein Augenmerk aber zweifellos ganz allemein auf den Rembrandt'schen Frauentypus gerichtet; jedenfalls entstand das Bild nicht als Porträt, sondern als eine Physiognomie- und Kostümstudie, die mit dem holländischen Begriff "Tronie" bezeichnet wurde und die als eigene Gattung im 17. Jahrhundert in Holland verbreitet war und besonders im Rembrandt-Kreis gepflegt wurde.