Eugène Delacroix
(Charenton-Saint-Maurice, 1798-1863, Paris)
Triumph des Bacchus, um 1861
Öl auf Leinwand, 92 x 143 cm
Johnson 253
Für Delacroix ist die klassische Antike seit seiner Gymnasiastenzeit, in der er für Griechisch und Lateinisch Preise erhält, ein fester Bestandteil seiner Bildung, der auch für den Romantiker Delacroix grosse Bedeutung behält. Obwohl sich Delacroix nie der Wunsch erfüllte, die Kunst der Antike in Italien selbst kennenzulernen (noch in den letzten Jahren seines Lebens plante er, mit seinem alten Freund Baron Schwiter nach Italien zu fahren), hat ihn die Antike doch durch das ganze Leben begleitet. Aber es ist nicht so sehr die Antike im Sinne des Klassizismus eines David, Ingres oder wie er sie bei seinem ersten Lehrer, Pierre Narcisse Guérin, schon 1815 kennenlernte, entleert und formalistisch, sondern es ist das Klassische, wie er es in den genialen Brechungen der Renaissance und des Barocks, eines Raffael und Michelangelo, eines Poussin und Rubens wiederfand. Zu ihnen, den genialen Neuschöpfern der Antike, gehörte auch Delacroix, indem er den überkommenen klassischen Regeln durch persönliche Neuinterpretation neues Leben verleiht.