Jacob Ochtervelt
(Rotterdam, 1634-1682, Amsterdam)
Die Backgammon-Spieler, um 1667/69
Öl auf Holz, 59 x 46.5 cm
Donahue 42
Das Spiel, mit dem die Dame und der Herr sich beschäftigen, ist schon aus mittelalterlichen Darstellungen bekannt und wird heute noch geschätzt. Backgammon war, wie ungezählte Bilder und graphische Blätter bezeugen, in den Niederlanden im 17. Jahrhundert ein beliebter Zeitvertreib. Zwei Personen konnten spielen; sie benötigten ein aufklappbares Brett mit Zackenreihen an den Längsseiten, eine Anzahl schwarzer und weisser Steine und zwei Würfel. Hier hat der Mann sie in der Hand, um sie in den Würfelbecher fallen zu lassen, den die Frau ihm hinhält. Rechts bringt ein Junge mit einem Krug in der Linken einen Becher Rotwein auf einem Tablett. Der Tisch zwischen den Spielern ist mit einem Teppich belegt. An der Rückwand des Zimmers hängt ein grosser Behang – unklar, ob gemalt oder geknüpft – mit einer undeutlichen antiken Szene. Es scheinen zwei lorbeerbekränzte Feldherren in einem Triumphzug zu sein. Links steht, schwarzblau verhängt, ein Himmelbett. Wie es kennzeichnend für den Maler ist, beherrscht die ziegelrote, pelzbesetzte Hausjacke der Frau die farbige Wirkung des Bildes. Ihr Kleid ist aus silbriger Seide; das Polster des Schemels, auf dessen Kante sie sitzt, ist lila; das Polster des Stuhles, auf dem der Hund schläft, ist moos-blaugrün. Satte, kostbare Farben sind das, und sie wirken doppelt stark, weil alles übrige im Bilde dunkel und tonig zurückgedrängt ist. Das Entstehungsdatum des Gemäldes ergibt sich aus dem Vergleich mit einer Galanten Szene Ochtervelts in Dresden, die das Datum 1669 trägt. Dort kommt ein ganz ähnlicher Herr vor, und auch die Kostüme und Haartrachten der Damen in beiden Gemälden gleichen einander.