Pablo Picasso
(Málaga, 1881-1973, Mougins)
Die Italienerin, 1917
Öl auf Leinwand, 149 x 101.5 cm
Signiert, bezeichnet & datiert oben links: Picasso Rome 1917
Zervos, III-18
Seiner Gewohnheit folgend, Künstler, für die er sich entschieden hatte, mit Hauptwerken in seiner Sammlung zu verankern, erwarb Emil Bührle 1954 die Italienne von Pablo Picasso. Das 1917 datierte Bild entstand während eines Aufenthalts in Rom, als Picasso das Russische Ballett von Sergej Djagilew begleitete. Der Künstler nimmt mit seinem Sujet ganz direkten Bezug auf die Stadt Rom, indem er eines der italienischen Trachtenbilder zitiert, die damals als Postkarten massenweise an Touristen verkauft wurden. Der von Picasso vor dem Ersten Weltkrieg gemeinsam mit Georges Braque entwickelte Kubismus ist jetzt zu einem dekorativ-grafischen Muster geworden. Nur noch zitatweise lebt die analytische Dynamik des Kubismus fort, wenn etwa die frontale Ansicht der Gesichtsmaske mit ihrem Profil gepaart wird. Schematisch erscheint im Hintergrund, wiederum im Postkartenformat, die Kuppel der Peterskirche in Rom, und ebenso schematisch ist der Arm zusammengesetzt, an dem ein geflochtener Korb hängt. Emil Bührle hatte schon früher kleinere Werke von Picasso erworben. Erst das Erlebnis einer grossen Ausstellung in Mailand 1953 ebnete ihm aber endgültig den Weg zu dem Künstler. Dieser war damals nicht zuletzt wegen seines politischen Engagements noch immer kontrovers diskutiert. Emil Bührle verfolgte mit seiner Sammlung das Ziel, eine Übersicht über die frühe klassische Moderne zu geben, und aus diesem Zusammenhang ist das Werk von Pablo Picasso nicht wegzudenken. In der Auseinandersetzung mit Picasso näherte sich Emil Bührle zuletzt auch der Kunst der eigenen Zeit – ein Stillleben von Picasso aus dem Jahr 1941, das er zwölf Jahre nach der Entstehung kaufte, wurde zum jüngsten Bild in seiner Sammlung.