Eugène Delacroix
(Charenton-Saint-Maurice, 1798-1863, Paris)
Der Triumph Apollos, um 1853
Öl auf Leinwand, 110 x 99.5 cm
Bezeichnet unten links: Eug. Delacroix
Johnson 577
Als Delacroix am 8. März 1850 den Auftrag erhielt, den Plafond der Apollogalerie im Louvre auszuführen, konnte er aufgrund seiner Aufträge für das Palais Bourbon und das Palais du Luxembourg schon auf eine lange Erfahrung als Schöpfer grosser Wanddekorationen aufbauen. In diesem Fall erwies sich der Auftrag aber als ganz besonders ehrenvoll und herausfordernd zugleich, ging es doch darum, ein Werk zu vollenden, das kein Geringerer als der Hofmaler des "Sonnenkönigs" Louis XIV., Charles Lebruns 1661 unvollendet zurückgelassen hatte. Am 25. Oktober 1851 wurde die Galerie, in er das Deckengemälde von Delacroix mit den bedeutenden Ausmaßen von 8 x 7,5 Metern die Mitte einnahm, der Öffentlichkeit übergeben.
Die Skizze zum Deckenbild der Sammlung Bührle, die erstmals an der Nachlassauktion des Künstlers 1864 dokumenitert ist, entspricht mit einer etwa gleichgrossen Skizze im Musée des Beaux-Arts in Brüssel weitgehend dem Plafond: Apollo in seinem von vier Rossen gezogenen Sonnenwagen besiegt mit seinen Pfeilen den Drachen Python, im Kampfe unterstützt von Diana, Minerva, Merkur und Herkules, gekrönt mit dem Lorbeerkranz der Göttin Viktoria und der Schärpe des Regenbogens der Götterbotin Iris. Die souverän der Form des Plafonds sich anpassenden Komposition mit Apollo als beherrschendem Mittelpunkt und der dynamischen Diagonale, die von ihm zu dem sich im Todeskampf aufbäumenden, feuerspeienden Drachen führt entspricht einem umfangreichen Programm, das der Künstler selbst entwarf. Lee Johnson vertritt die Auffassung, dass das Bild nicht als Vorbereitung des Deckenbildes entstand, sondern als eigenhändige Replik, und dass die Signatur wahrscheinlich nachträglich von fremder Hand hinzugefügt wurde.