Juan Gris
(Madrid, 1887-1927, Paris)
Die Zeitung, 1919
Öl auf Leinwand, 33 x 41 cm
Signiert & datiert unten links: Juan Gris 5-19
Cooper 301
Dass der 19-jährige José Victoriano Gonzales aus Madrid, der sich später Juan Gris nannte, bei seiner Ankunft in Paris 1906 in der Rue Ravignan 13 auf dem Montmartre Wohnung nahm, wurde ihm zum Schicksal. Hier, im "Bateau Lavoir", wohnte sein Landsmann Pablo Picasso, der damals schon eine gewisse Berühmtheit genoss und von dem sich der neue Ankömmling in Paris Starthilfe erhoffen konnte. Was Gris nicht ahnen konnte war, dass in diesem Haus Tür an Tür mit ihm Picasso 1907 die "Demoiselles d'Avignon" malte, mit denen er den Kubismus einleitete. Es vergingen allerdings noch Jahre, bis der junge Karikaturist, der seine Karriere in Madrid unter dem Einfluss des Jugendstils begonnen hatte und auch in Paris weiter in dieser Richtung tätig war, sich selbst dem Kubismus anschloss. Ebenso wie vom Neo-Impressionismus hat man vom Kubismus gesagt, dass der Künstler in dieser Stilrichtung nur schwer seine Individualität entwickeln könne. Juan Gris, der Zweifel und Melancholie mit ausgelassener Fröhlichkeit überspielte und der seine Leidenschaft durch Selbstdisziplin zu beherrschen wusste, hat jedoch mit seinen strukturierten Bildern seinen ganz persönlichen Beitrag zum Kubismus geleistet, den auch die Erfinder der Bewegung, Braque und Picasso, anerkannt haben.