André Derain
(Chatou, 1880-1954, bei Paris)
Der Tisch, um 1904
Öl auf Leinwand, 94 x 85 cm
Signiert unten links: Derain
Kellermann 273
Als der vierundzwanzigjährige Derain nach dreijähriger Militärdienstzeit 1904 wieder ins Zivilleben und in seinen Geburtsort Chatou zurückkehrte und endlich durch Vermittlung von Matisse von seinen Eltern die Erlaubnis erhielt, sich ganz der Malerei zuzuwenden, hatte sich Vieles in ihm angestaut, das ihn in den nächsten Jahren zu einem intensiven Schaffen drängte. Das war gerade der rechte Zeitpunkt, um sich in die Avantgarde der jungen Künstler einzureihen, die den starken ungebrochenen Farben zum Durchbruch verhalfen, und diese Bewegung war so stark, dass sie auch bei Derain Alles aus dem Weg räumte, was ihn an traditionellen Neigungen noch hätte aufhalten können. Die Vitalität seines vier Jahre älteren Freundes Vlaminck, den er in Chatou wiedertraf, die Autorität eines Matisse, mit dem er im Sommer 1905 gemeinsam in Collioure zusammen arbeitete, und die Aufträge Vollards für eine Serie von Bildern der Themse in London taten ein übriges, keine Skrupel in ihm aufkommen zu lassen. Neben den vielen Landschaften dieser Jahre sind die Stillleben seltener. Ein übergrosses und im Gegenständlichen überbordendes Stillleben von 1904 steht noch ganz im Banne Cézannes, während schon in dem wenig später enstandenen Interieur mit Tisch und Stuhl der Sammlung Bührle im robusten Farbklang und der überspitzten Perspektive die unmittelbare Nähe des Malerfreundes Vlaminck spürbar wird.