Georges Rouault
(Paris, 1871-1958, Paris)
Clown, um 1937
Öl auf Karton, 34 x 50 cm
Signiert unten rechts: G. Rouault
Dorival 1994
Mit Trauer sieht der Pierrot dem Treiben dieser Menschheit zu, wie aus einem Fenster blickt er auf sie herab und ist gebannt in seinem Schmerz über die Verlorenen. "Le Clown?... mais c’est moi... c’est vous... presque nous tous", sagte Rouault. Und hier erkennen wir das Bild des Künstlers ganz deutlich an der gewölbten Stirn, den tiefliegenden Augen und dem vorgestellten Mund mit der langen Oberlippe: Rouault als Mensch ausserhalb der Gesellschaft, der Mensch in seiner Einsamkeit, der von Gott Besessene, dessen Lachen zur Trauer erstarrt. In mächtigen Pinselzügen ersteht die Vision des Clowns im rosa brokatenen Flitter seines Kostüms auf dem satten Türkis des Hintergrundes, in die Zwänge der schwarzen Konturen geschlagen. Das Bild ist nicht datiert, aber schon die Züge des alten Clowns, in denen wir den Künstler erkannten, verweisen es in das spätere Werk.