Edouard Vuillard
(Cuiseaux, Saône-et-Loire, 1868-1940, La Baule)
Selbstbildnis, um 1906
Öl auf Leinwand, 48.5 x 48.5 cm
Atelier-Stempel unten rechts
Salomon/Cogeval VII-405
Im Leben pflegte Vuillard, den Thadée Natanson "le plus réfléchi" der Nabis nannte, sich wenig über sich selbst zu äussern. Auch bei den Diskussionen der Nabis war er, wie sein Freund Bonnard, mehr Zuhörer als Redner. Dem gegenüber stehen einige Selbstbildnisse, aber auch sie sind Dokumente fragenden, reflektierenden Insichgekehrtseins. Wenn auch dieses Bild des Künstlers mit seinem rotblonden "Prophetenbart", der ihm Ransons Spitznamen "le zouave" eingetragen hatte, Selbstbewusstsein nicht verleugnet, so stellt es dies mit seinem zweifelnden Blick doch wieder in Frage. In seiner skizzenhaften Malerei, dem Impressionismus eines Monet angenähert, erfährt das Selbstbildnis seine Verdichtung in dem funkelnden Inkarnat, das sich von den Grautönen und den Grüns des Hintergrundes abhebt.