Pierre Bonnard
(Fontenay-aux-Roses, Seine, 1867-1947, Le Cannet)
Place de la Concorde, um 1910
Öl auf Karton, 47.5 x 63 cm
Signiert unten rechts: Bonnard
Dauberville 636
Bei allem, was den jungen Bonnard und seine Malerfreunde vom Impressionismus trennte und was Paul Sérusier, Emile Bernard und Maurice Denis in ihren Theorien unterbauten, um damit ihrer Generation Profil zu geben, so ist doch bei dem älter werdenden Bonnard die Verpflichtung dem Impressionismus gegenüber und seine Hinwendung zu ihm nicht zu übersehen. Freundschaftlicher Gedankenaustausch mit Monet und Renoir findet in dem Austausch von Bildern sichtbaren Ausdruck. Vor allem in der Landschaft knüpft Bonnard an die Älteren an. Allerdings bevorzugt er auch in seinen Landschaften, bei Meeres- und Flussbildern, bei Boulevards und Brücken die Frontalansicht mit der Parallelität zur Malfläche. So auch in dieser Pariser Seine-Landschaft mit der Place de la Concorde im Hintergrunde. An den Seiten bezeichnenderweise unbegrenzt, baut sie sich in den mehr übereinander als hintereinander liegenden Schichten von Wasser, dem Uferquai, dem von architektonischen Elementen und dem Obelisken durchsetzten Baumstreifen und dem Himmel darüber auf. In diesem Aufbau ist die Malerei impressionistisch in ihrem flockig lockeren Farbauftrag, der wie bei den Neo-Impressionisten Seurat und Signac den Malgrund mitsprechen lässt, und in ihrer hellen atmosphärischen Farbigkeit von Weißgrau und Hellblau, die dem Bild etwas Schwereloses, Schwebendes gibt. Das Werkverzeichnis führt unter Nr. 635 dieses Bild in der ursprünglichen Fassung mit zwei schmalen Flügeln mit Aktdarstellungen auf, die später vom Bilde getrennt wurden.