Ab 2020: Die Sammlung Bührle im Kunsthaus Zürich
 
Erweiterung Kunsthaus Zürich, Bührle-Galerie
© David Chipperfield Architects
Am 25. November 2012 haben die Stimmberechtigten der Stadt Zürich einen Kredit von 88 Millionen Franken bewilligt, der als städtischer Beitrag den Bau eines Erweiterungsgebäudes für das Kunsthaus am Heimplatz möglich macht. Das entspricht beinahe der Hälfte der Baukosten, weitere 88 Millionen werden von privater Seite gespendet, und 30 Millionen trägt der Kanton Zürich bei. Der Erweiterungsbau wird nach Plänen des britischen Architekten David Chipperfield erstellt. Sein Projekt ging nicht zuletzt deshalb als Sieger aus einem internationalen Wettbewerb hervor, weil es sowohl den originalen Kunsthaus-Bau von Karl Moser von 1910 wie auch den von Emil Bührle gestifteten Ausstellungssaal von 1958 in geeigneter Weise ergänzt.

Die Bauarbeiten haben begonnen und der Bau soll 2020 bezogen werden. Die Stiftung Sammlung E.G. Bührle und die Zürcher Kunstgesellschaft sind übereingekommen, auf diesen Zeitpunkt hin eine neue, enge Form der Zusammenarbeit einzugehen. Die Werke der Stiftung Bührle werden dann in eigens für sie entworfenen Sälen im 2. Obergeschoss des Erweiterungsbaus permanent und in einer Weise gezeigt, die das Wesen und die Umrisse der Sammlung Bührle sichtbar macht.

Wie jede individuelle Sammlung ist auch die Sammlung Emil Bührles vom Geist der Zeit mitbestimmt worden, in der sie entstanden ist. Sie verdankt ihre Bedeutung nicht nur ihren herausragenden Meisterwerken, sondern ebenso sehr auch der Auswahl der Künstler, die für die Mitte des 20. Jahrhunderts sehr typisch ist.

Indem er mit den Augen seiner eigenen Zeit bestimmten Entwicklungslinien folgte, hat Emil Bührle aus der Kunstgeschichte insgesamt eine persönliche Kunstgeschichte ausgewählt und in seiner Sammlung dargestellt. Das Vorgehen unterscheidet die private Sammlung grundsätzlich von einer öffentlichen Sammlung. Diese muss breiter angelegt sein, wächst über einen langen Zeitraum und wird schon darum von vielen Beteiligten mitbestimmt.

Im Hinblick auf den geschlossenen und systematischen Aufbau der Sammlung von Emil Bührle haben die Zürcher Kunstgesellschaft und die Stiftung Bührle beschlossen, die Werke der Sammlung Bührle auf mindestens 15 Jahre ab Eröffnung des Erweiterungsbaus nicht in die jeweiligen Abteilungen der Kunsthaus-Sammlung zu integrieren, sondern sie als Einheit zu zeigen. In enger Verbindung damit werden auch die historischen Umstände und die wirtschaftlichen Voraussetzungen dargestellt, die zur Entstehung der Sammlung Bührle führten.

Danach kann geprüft werden, ob diese Art der Präsentation für die Besucher im Kunsthaus Zürich weiterhin attraktiv und verständlich ist, oder ob inzwischen neue Formen für die sinnstiftende Gruppierung von Bildern in Museen entwickelt wurden und ob darum eventuell andere Wege für eine Ausstellung der Sammlung Emil Bührle eingeschlagen werden.