Emil Georg Bührle
1890-1956 als Unternehmer und als Kunstsammler
Dmitri Kessel, Emil Bührle in seiner Sammlung, 1954
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31. August 1890

Emil Georg Bührle kommt in Pforzheim als Sohn eines badischen Beamten zur Welt. Er besucht das Gymnasium und begeistert sich erstmals für Kunst und Literatur.

1909-1914: Studium

Emil Bührle immatrikuliert sich an der Grossherzoglich Badischen Albert-Ludwigs-Universität in Freiburg im Breisgau für das Studium der Philologie und belegt Vorlesungen und Übungen zur deutschen und englischen Literatur. Im Winter-Semester 1910/11 wechselt er an die Ludwig-Maximilian-Universität in München. Er schreibt sich dort auch für zwei Vorlesungen zur Kunstgeschichte ein und besucht die Ausstellungen und Museen der bayrischen Hauptstadt . 1911 setzt Emil Bührle sein Studium in Freiburg fort. Regelmässig hört er jetzt Vorlesungen zur gotischen Skulptur bei Professor Wilhelm Vöge. 1913 besucht Bührle die Nationalgalerie in Berlin und sieht dort die von Hugo von Tschudi gegen den erbitterten Widerstand des deutschen Kaisers Wilhelm II. für das Museum erworbenen Bilder französischer Impressionisten. In seiner Erinnerung verdichtet sich für Emil Bührle diese Begegnung zum entscheidenden Moment, auf den seine lebenslange Faszination für Bilder dieser Maler zurückging.

1914-1918: Erster Weltkrieg

Anfangs August 1914 bricht der Erste Weltkrieg aus, und Emil Bührle wird zum 3. badischen Dragoner-Regiment eingezogen. Im Juli 1916 wird er zum Leutnant befördert und übernimmt die Führung eines Maschinengewehr-Zuges; er ist an der deutschen Ost- und Westfront im Einsatz. In Rumänien lernt Bührle den Kunsthistoriker Arthur Kauffmann kennen.

1919-1923: Familiengründung und Einstieg ins Berufsleben

Nach dem Waffenstillstand vom November 1918 und dem Zusammenbruch des Deutschen Kaiserreichs werden Teile der deutschen Armee weiterhin mobil gehalten, um revolutionären Unruhen in ganz Deutschland entgegenzutreten. Emil Bührle wird mit seiner Einheit nach Magdeburg verlegt und im Haus des Bankiers Ernst Schalk einquartiert. Er verlobt sich mit der Tochter Charlotte Schalk im Oktober 1919 und tritt in die Magdeburger Werkzeug- und Maschinenfabrik AG ein, an der sein Schwiegervater beteiligt ist. Nach der Heirat 1920 wechselt Emil Bührle zu einem Aussenbetrieb des Magdeburger Werks in Stolberg am Harz und macht sich dort mit der technischen Seite seiner neuen Aufgabe vertraut.